Di 24.05.2011

Medienmitteilung Klee und Cobra - ein Kinderspiel

Das Zentrum Paul Klee eröffnet am 25. Mai 2011 die Wechselausstellung Klee und Cobra – ein Kinderspiel.Darin werden Bilder Klees den Bildern der Cobra Künstlergruppe gegenübergestellt. Die Gemeinsamkeit liegt in der Begeisterung für die bildliche Ausdruckskraft von Kindern.Cobra und Klee miteinander in Verbindung zu bringen, liegt nicht auf der Hand. Auf den ersten Blick fallen Gegensätze auf: Hier der feinsinnige, ironische Künstler-Poet Paul Klee, da die Maler von Cobra, die sich nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs mit der Direktheit in ihrer Kunst vorbehaltlos der Wirklichkeit stellten. Auch kamen Klee und die Künstler von Cobra nicht miteinander in Berührung, denn bei der Gründung der Künstlergruppe 1948 war Paul Klee (1879-1940) bereits seit ein paar Jahren verstorben.

Die Anknüpfungspunkte liegen in der Faszination für die Kunst der Kinder und im Bezug der Cobra-Künstler auf Klee. Paul Klees Erforschung der kindlichen Bildwelt steht in engem Zusammenhang mit seinen eigenen Kinderzeichnungen, die er 1902 wiederentdeckte, sowie mit der Geburt seines Sohnes Felix 1907. Er war von der authentischen Ausdruckskraft, der Unschuld und Unmittelbarkeit dieser Bildwelten fasziniert. Durch die Bekanntschaft mit Wassily Kandinsky und Gabriele Münter kam es zur weiteren Beschäftigung mit Kinderzeichnungen.

Cobra beeinflusst durch Kinderzeichnungen und Klee

Die Cobra-Gruppe wurde 1948 in Paris von Asger Jorn (1914–1973), Corneille (Corneille Guillaume Beverloo, 1922–2010), Constant Nieuwenhuys (1920–2005), Christian Dotremont (1922–1979), Joseph Noiret (geb. 1927) und Karel Appel (1921–2006) gegründet. 1949 schloss sich der belgische Maler Pierre Alechinsky (geb. 1927) der Gruppe an.Cobra war eine Revolte gegen die zeitgenössische Gesellschafs- und Machtverhältnisse. Gleichzeitig suchten die Künstler einen Bruch mit den bestehenden Kunstbewegungen. Sie strebten nach einer Unmittelbarkeit, die sie in der kindlichen Ausdruckskraft und Fantasie erkannten.Paul Klees Schaffen war schon vor der Gründung von Cobra für junge Künstler in Dänemark eine wichtige Quelle der Inspiration. Ausgehend von Vilhelm Bjerke Petersen, der in den Jahren 1930/31 am Bauhaus eingeschrieben war, wurde Klees Werk und sein bildnerisches Denken für die späteren Cobra-Künstler Carl-Henning Pedersen, Ejler Bille und Asger Jorn richtungweisend.

Eine Ausstellung über den Bezug zur Kinderkunst

Die Ausstellung macht sowohl die Unterschiede als auch die Gemeinsamkeiten in der Auseinandersetzung der Künstler mit der Kinderkunst sichtbar. Die verschiedenen Zugänge der Maler zum Thema und deren Umsetzung ist ein zentrales Thema, ein weiteres ist die Rezeption von Klees Kunst durch die Cobra-Künstler.Klee und Cobra – ein Kinderspiel ist als Kooperation mit dem Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk (DK) und dem Cobra Museum of Modern Art in Amstelveen (NL) entstanden. Nach der Präsentation im ZPK zieht die Ausstellung weiter nach Humblebæk (30. 9. 2011 bis 8. 1. 2012) und wird schliesslich in Amsteleveen gezeigt (26.1. bis 22.4. 2012).

Für weitere Auskünfte steht Ihnen gerne zur Verfügung:
Maria-Teresa Cano, Leiterin Kommunikation und Kunstvermittlung
mariateresa.cano@zpk.org
Tel. +41 (0)31 359 01 01