Zentrum Paul Klee
Bern
05/09/14—11/01/15
Antony Gormley.
Expansion Field
Do 30.08.2012

Medienmitteilung
Paul Klee – Bildnerische Form- und Gestaltungslehre online

Endlich wird ein seit Jahrzehnten geäussertes Desiderat eingelöst: Das Zentrum Paul Klee in Bern (Schweiz) schaltet Ende August 2012 eine Datenbank online, auf der alle von Paul Klee verfassten Unterrichtsnotizen als Faksimile und Transkription einsehbar sind. Damit werden die einzigartigen pädagogischen Materialien, die einer der bedeutendsten Künstler der Klassischen Moderne während seiner Lehrtätigkeit zwischen 1921 und 1931 am Bauhaus in Weimar und Dessau verfasste, weltweit in ihrer Gesamtheit zugänglich gemacht.

Der Schweizer Maler Paul Klee (1879–1940) war zwischen 1921 und 1931 am Bauhaus in Weimar von Dessau tätig. Ziel dieser Schule war nicht die Ausbildung von Künstlern, sondern von zukünftigen Designern und Architekten. Paul Klees theoretischer Unterricht bestand deshalb in der Vermittlung grundsätzlicher Gestaltungsprinzipien. Während seiner Lehrtätigkeit entstanden rund 3'900 lose Seiten mit Unterrichtsnotizen, die Klee als «Bildnerische Gestaltungslehre» bezeichnete, sowie ein Notizbuch mit dem Titel «Beiträge zur bildnerischen Formlehre», das bereits 1979 als Faksimile herausgegeben wurde. Das bisher unter der Bezeichnung «Pädagogischer Nachlass» bekannte Material ist seit 1956 im Besitz der Paul-Klee-Stiftung und wird heute im Zentrum Paul Klee in Bern aufbewahrt.

In vierjähriger, vom Schweizerischen Nationalfonds SNF unterstützter Forschungsarbeit wurden alle Notizen gesichtet, digitalisiert, transkribiert und neu geordnet. Diese Neuordnung orientierte sich an einem Inhaltsverzeichnis, das Paul Klee um 1928 selbst angelegt hat und das Aufschluss über die Struktur des umfangreichen Konvoluts gibt.

Anhand des Inhaltsverzeichnisses konnten nun annähernd alle Seiten einem Kapitel der Bildnerischen Gestaltungslehre zugeordnet werden. Bei rund 500 Seiten war keine präzise Lokalisierung möglich; sie wurden deshalb in einem Anhang abgelegt. Neben einem allgemeinen Einführungstext wird in der Datenbank jedem der insgesamt 24 Kapitel eine kurze Erläuterung vorangestellt, die den Benutzerinnen und Benutzern den Einstieg in die einzelnen Themen erleichtert, einen ersten inhaltlichen Überblick bietet und Aufschluss über die Neuordnung gibt. Ziel des Forschungsprojekts war, die Notizen in ihrer Gesamtheit in einem zeitgemässen Medium weltweit zugänglich zu machen. Aus diesem Grund wurdebewusst auf eine ausführliche und umfassende historisch-kritische Herausgabe verzichtet. Da Paul Klee das Material immer wieder verwendete und überarbeitete, war eine chronologische Ordnung des Materials unmöglich.

Mit der Online-Publikation der Bildnerischen Gestaltungslehre löst das Zentrum Paul Klee ein von der Klee-Forschung seit langem geäussertes Desiderat ein und hofft, damit die Kunstwissenschaft zu neuen Forschungen anzuregen.

Die Entwicklung der Online-Datenbank wurde ermöglicht durch die Paul Klee-Stiftung der Burgergemeinde Bern.

Bis am 6. Januar 2013 zeigt das Zentrum Paul Klee die Ausstellung Meister Klee! Lehrer am Bauhaus und präsentiert die Ergebnisse der Forschungsarbeit in angemessener Weise. Weitere Informationen unter www.zpk.org. Die Ausstellung wird in leicht abgeänderter Form in der Fundación Juan March in Madrid (22.3.-30.6.2013) und in der Stiftung Bauhaus Dessau (25.7.-10.11.2013) zu sehen sein.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen gerne zur Verfügung:
Maria-Teresa Cano, Leiterin Kommunikation und Kunstvermittlung, , Tel. +41 (0)31 359 01 01